Sep 2, 2013

Republikaner auf Abwegen: Wer ist Abdul-Latife Khalid?

Auf den Stimmzetteln zur Landtagswahl in Bayern 2013 für den Stimmkreis München-Schwabing kandidiert Abdul-Latife Khalid, ein „Lagerist aus Dachau“. Ein Mann mit wenig abendländisch klingendem Namen. Von Beruf „Lagerist“ in einem Ort, der für sein Konzentrationslager traurige Berühmtheit erlangte. Das allein ist für sich nicht ungewöhnlich. Doch der Mann soll ausgerechnet für die islam- und fremdenfeindlichen Republikaner (REP) kandidieren?! Auf den Webseiten der Partei selbst findet sich der „Geisterkandidat“ nicht wieder. Eine Spurensuche.

Wer ist Abdul-Latife Khalid?

Schaut man sich die Namen der Bewerber der Republikaner zur bayerischen Landtagswahl 2013 an, kommt man irgendwann ins Stutzen: Da gibt es Martin, Rudolf, Peter, Adolf, Gottfried, Günter, Herbert, Werner… allesamt urdeutsch klingende Namen. Und plötzlich steht da: Abdul-Latife. Wie jetzt? Ein Abdul bei den Republikanern? Wie passt das zusammen? Und dann sogar als Direktkandidat im Wahlkreis München-Schwabing? Abdul-Latife Khalid taucht sowohl auf den Stimmzetteln für die Erststimme als auch für die Zweitstimme auf.

Dass diese Kombination in der Öffentlichkeit Fragen aufwirft, beweist auch der Blogartikel „Moslem als Landtagskandidat der Republikaner?“ der türkischstämmigen Buchautorin Serap Çileli. Die hält in ihrem Beitrag die Kandidatur einer Person mit diesem Namen schlichtweg für einen Fake. Und auch auf Twitter erschienen skeptische Stimmen:

Ich mag ja solche Fälle. Also machte ich mich auf die Suche nach dem großen Unbekannten. Zwar wohne ich etwas zu weit von Dachau entfernt, um vor Ort zu suchen, aber wozu gibt es Internet und Telefon.

Erster Schritt: Die Onlinesuche

Wer sich im Internet auf die Suche begibt, stößt zunächst auf Abdul Latif Khalid Cheema, einst Generalsekretär einer sunnitischen Partei in Pakistan. So sagt es jedenfalls die Wikipedia. Und dann gibt es noch einen Abu Abdul-Latife Khalid, aka Joseph Anthony Davis, der in den USA wegen der Planung eines Anschlags in Seattle im März 2013 zu einer langjährigen Haftstrafte verurteilt wurde. Diese beiden werden es also wohl kaum sein.

Doch auch die Polit-Webseite abgeordnetenwatch.de hält einen Eintrag mit diesem Namen vor.  Jedoch ohne Foto und ohne jede weitere Information zur Person. Aber wo ich gerade mal da bin, hinterlasse ich eine erste Frage zur Kandidatur und Motivation. Und dann ist da noch der deutsche Wikipedia-Eintrag für den Stimmkreis München-Schwabing. Zum ersten Mal dort eingetragen wurde er am 21. August um 21:58 Uhr. Im Online-Telefonbuch für die Stadt Dachau gibt es keinen Abdul-Latife Khalid. Mit einer Internet-Suche allein komme ich also nicht weiter.

Ausschnitt Wahlzettel für die Zweitstimme Stimmkreis München-Schwabing

Ausschnitt Stimmzettel für die Zweitstimme, Kandidaten der REP im Wahlkreis München-Schwabing

Wahlkreisleitung Oberbayern: Es geht mit rechten Dingen zu

Verantwortlich für die Erstellung der Stimmzettel ist der Wahlkreisleiter des Regierungsbezirks Oberbayern, Regierungspräsident Christoph Hillenbrand. Die müssen doch was wissen.

Eine E-Mail und ein Telefonat später mit dem zuständigen Pressesprecher der Regierung Oberbayern, Herrn Stefan Frey, steht fest: Alles geht – welch Ironie – mit rechten Dingen zu. Für die Aufstellung zur Wahl wurden von Khalid alle erforderlichen Unterlagen beigebracht. Die dazu erforderlichen Nachweise wie eidesstattliche Versicherung, eine Zustimmungserklärung sowie eine amtliche Bescheinigung der Wählbarkeit lägen vor, versichert mir Stefan Frey. Man habe sich auch selbst schon über die Aufstellung gewundert.

Abdul-Latife Khalid ist seit 2009 deutscher Staatsbürger und seit 2011 in Dachau ordnungsgemäß gemeldet. Wenn er sich für die Republikaner aufstellen ließe, sei das nicht zu beanstanden. Was ihn allerdings angetrieben haben mag, sich ausgerechnet für die Republikaner aufzustellen, kann mir natürlich auch Stefan Frey nicht sagen.

Auf der Webseite der bayerischen Stadt Grafing bei München finde ich dann doch noch mehr: Dort liegt die  Bekanntmachung vom 23. Juli 2013 des Wahlkreisleiters Oberbayern zu den Wahlkreisvorschlägen zur Landtagswahl zum Download bereit. Und es finden sich in der Tat noch weitere Informationen. Khalid ist Jahrgang 1961 und selbst seine Anschrift ist dort verzeichnet.

Ich würde ihn gerne anrufen, aber eine Telefonnummer kann ich auch mit den neuen Daten noch nicht ermitteln.

Nachfrage bei den Republikanern

Die Suche geht also weiter. Jetzt bei den Republikanern selbst. Zunächst stöbere ich nochmal auf deren Homepage. Dort präsentiert man ein 10-Punkte-Programm zur Landtagswahl in Bayern. Darunter steht unter Punkt Sechs „Kein Bau von Minaretten in Bayern“

Wir haben das Recht auf UNSERE Kultur. Wir wollen die bayerische Landschaft für unsere Kinder erhalten.

In ihrem 10-Punkte-Programm sprechen sich die Republikaner also gegen den Bau der Gebetstürme einer Moschee, nicht aber gegen Moscheen selbst aus? Sind die jetzt nur so halb islamfeindlich?

Abgesehen davon wird aber klar: Fremde sind den Republikanern nicht willkommen. Muslime schon mal gar nicht. Da genügt ein Blick auf aktuelle und vergangene Wahlplakate.

Ist Khalid vielleicht gar kein Muslim? Könnte ja sein. Aber so richtig deutsch klingt sein Name auch nicht. Warum kandidiert er also für diese Partei?

Per E-Mail bitte ich die für die Pressearbeit der bayerischen Republikaner zuständige Monika Ewert um einen Kontakt zu Khalid. Mich interessieren seine Beweggründe, sich für die Republikaner zu engagieren. Auch Abgeordnetenwatch hat offenbar keinen direkten Draht zu Khalid. Dort teilt man mir mit, dass man Anfragen an ihn an die Geschäftsstelle der Republikaner weiterleiten würde.

Es ist schon seltsam, dass man einen angehenden Volksvertreter so schlecht ausfinding machen kann.

Am Dienstagabend dann eine erste Antwort von Frau Ewert. Sie würde Sich um den Kontakt kümmern und sich morgen wieder bei mir melden. Gut. Dann warte ich eben. Eine Biografie hätte ich nur gerne vorab, maile ich zurück. Am besten mit Foto. Man will ja wissen, wer da kandidiert. Was folgt ist schweigen.

Telefongespräch mit dem REP Landesvorsitzenden Johannes Gärtner

Drei Tage vergehen. Mittlerweile ist Freitag und mir rennt die Zeit weg. Da ich nichts mehr gehört habe, rufe ich jetzt bei Monika Ewert an. Sie teilt mir mit, dass ich nicht der Erste sei, der sich für Khalid interessiere und ich darüber gerne mit dem Landesvorsitzenden und stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Republikaner, Johannes Gärtner sprechen kann. Er habe Khalid „unter seine Fittiche“ genommen. Aha. Fittiche also. Kann der Mann nicht für sich selbst sprechen? Wie viel ist ein Politiker wert, wenn er einen anderen braucht der für ihn spricht? Wie authentisch kann er dann noch sein?

Ich wähle also die Handynummer von Johannes Gärtner und er nimmt auch gleich ab. Mit Herrn Khalid würde ich gerne sprechen. Ob er mir einen Kontakt vermitteln würde, ich würde ihn gerne zu seinem Background, seinen Themen und seiner Entscheidung für die Partei der Repulbikaner interviewen. Doch Gärtner blockt ab. Die Presse habe Khalid und seinen Arbeitgeber in den vergangenen Tagen bedrängt. Man müsse ihn und seine Familie schützen. Daher habe er nur einer Münchner Zeitung ein Exklusivinterview für das Wochenende zugesagt. Ich könne ja warten bis das Interview veröffentlicht sei und dann von dort abschreiben.

Exklusivinterview? Abschreiben? Das ist nun gar nicht mein Stil. Außerdem beklagt sich Gärtner auf der Webseite der Republikaner in Bayern doch selbst über die „Gleichschaltung der Medien“. Wie das denn zusammen passe, will ich wissen.

Viele Antworten auf ungestellte Fragen

Das Argument leuchtet auch Gärtner ein. Ohne dass ich großartig zu Wort komme beantwortet er in den nächsten Minuten viele Fragen, die ich gar nicht gestellt habe. Dass die Republikaner eben keine fremdenfeindliche Partei seien, Herr Khalid seit 20 Jahren in Deutschland lebe, aus Afghanistan* komme und gut integriert sei. Khalids Frau sei Afrikanerin und auch er selbst, Gärtner, habe viele ausländische und vor allem afrikanische Freunde. Man zähle sogar bereits sieben Afrikaner als Mitglieder bei den Republikanern.

Warum man das aber alles nicht auf den Homepages der Republikaner findet, will ich wissen. Das komme noch, entgegnet Gärtner. Vor allem eine Biografie und weitere Informationen zur Kandidatur von Herrn Khalid seien in Vorbereitung. „Noch vor der Wahl am 15. September?“ möchte ich wissen. „Ja“, verspricht er mir.

Kein direkter Kontakt erwünscht

Dennoch. Eine Telefonnummer mit direktem Draht zu Abdul-Latife Khalid will mir Gärtner nicht geben. Wir einigen uns darauf, dass ich ihm, Gärtner, einige Fragen mailen kann. Warum kann ich Herrn Khalid nicht direkt eine E-Mail schicken, frage ich? Gärtner entgegnet: Herr Khalid hat keine E-Mail Adresse. Achso.

Ich merke, ich komme nicht weiter. Gärtner gibt sich weiter alle Mühe mir klar zu machen, kein Ausländerfeind oder gar Rassist zu sein. Angesichts der vielen fremdenfeindlichen Slogans auf den Wahlplakaten der Republikaner fällt mir das zu Glauben allerdings nicht ganz einfach. Zu sehr werden hier Stammtischparolen verbreitet, zu sehr wird verallgemeinert und über einen Kamm geschert.

Vor allem von der NPD distanziert Gärnter sich wehement und mit deutlichen Worten. Er habe halt nur etwas gegen die kriminellen Ausländer und die Integrationsunwilligen.  Ich frage mich leise, ob er denn kriminelle Deutsche lieber mag?

Auf einem Plakat der rechtsradikalen NPD heisst es: „Sozial statt Multikulti.“ Die Republikaner schreiben „Deutsch statt Multikulti“. Ich sehe da keinen großen Unterschied. Und jetzt sind da Afrikaner und Afghanen in der Partei? Werden die Republikaner jetzt selbst Multikulti? Alles nur Täuschung? Was läuft hier eigentlich?

2008 schrieb Gärtner auf der Plattform abgeordnetenwatch.de

„Wenn Sie  noch einen Hauch von Sinn darin sehen unser Land für unsere Kinder und Enkel zu erhalten sollten Sie Republikaner wählen. 2008, bei der letzten Einschulung waren die deutschen Kinder zum ersten Mal in der Minderheit. Das heißt in spätestens 12 Jahren brauchen Sie sich keine großen Gedanken mehr zu machen wer dieses Land mit abendländischer Kultur aufrecht erhält und regiert.“ Quelle: abgeordnetenwatch.de

Integrationswillig oder nicht. Wer so spricht macht deutlich, dass er keine Migranten will, sie als Bedrohung und nicht als Bereicherung sieht. Warum jetzt also Migranten in der eigenen Partei? Sind die Republikaner plötzlich geläutert? Wieso spiegelt sich das weder auf der Homepage, noch im Parteiprogramm und vor allem auf den Wahlplaketen wider?

Ich muss mich also mit der Notlösung des E-Mail-Interviews zufrieden geben. Gärtner verspricht mir in Kürze auf meine Fragen Antwort. Ich bitte um Beantwortung über das Wochenende. Bis jetzt warte ich.

Kampf um jede Wählerstimme

Daher bleibt festzuhalten: Abdul-Latife Khalid wird von den Republikanern abgeschirmt. Zu seinem Schutz, wie sie sagen. Doch wer schützt hier wen? Die Republikaner Khalid vor der Öffentlichkeit, oder die Republikaner sich selbst vor den wenigen verbliebenen eigenen rechtskonservativen Wählern?

Warum lässst man einen, der schließlich vom Volk gewählt werden will, nicht direkt mit dem Volk sprechen? Warum das Versteckspiel auf auch der eigenen Homepage? Will man die letzten rechten Stammwähler nicht verprellen?

Khalid ist für mich – zumindest nach dem was ich in der Wochen gehört habe –  schlichtweg ein Alibikandidat. Ein Kandidat der in seinem Wahlkreis noch ein paar Stimmen fangen soll. Wohl nicht von der äußersten Rechten, aber bei den Migranten selbst. Freunde, Bekannte. Wer weiss. Ich kann ja leider nicht mit ihm reden und ihn selber fragen, was er bei den Republikanern so macht.

Fakt ist: Die Republikaner sind zu einer Kleinstpartei geschrumpft und kämpfen um jede Stimme. Man gibt sich weniger rechts wie eine NPD, doch andere rechte Konkurrenz wie „Pro-Deutschland“ oder die „AfD“ gibt es genug. Für 1,4 Prozent hat es 2008 bei der letzten bayerischen Landtagswahl noch gereicht. Das schlechteste Ergebnis bislang.

Jetzt fischen Sie offenbar nicht nur am äußersten rechten Rand sondern auch noch unter den von ihnen so hart angegangenen Migranten selbst. Öffentlich soll nur keiner wirklich darüber reden. Und wenn doch mal einer fragt, dann dient der Kandidat als Beweis, dass die Republikaner gar nicht so böse seien, wie wir alle glauben.

Überzeugend ist das alles nicht. Und mit Adbul-Latife Khalid konnte ich immer noch nicht sprechen.

Update 3. September 2013

Und nun hat auch die Tageszeitung „DIE WELT“ das Thema aufgegriffen, schreibt aber, der Mann käme aus Togo. Die Republikaner in Mittelfranken haben nun selbst auf ihrer Homepage über einer Wahlveranstaltung am Wochenende berichtet, in der auch Khalid genannt wird. Er sei Moslem und komme – wie auch hier berichtet – aus Afghanistan.

Update 8. September 2013

*Offenbar handelt es sich bei dem Direktkandidaten aus Afghanistan nicht um den hier beschriebenen Herrn Khalid sondern einen weiteren Direktkandidaten der Republikaner, Hakim Jan Farhad. Den nun kursierenden Wahl-Werbefotos nach zu urteilen könnte „Die Welt“ mit Togo doch richtig liegen. Das kommt eben davon, wenn man trotz intensiver Bemühungen die Leute nicht direkt mit den Kandidaten sprechen lässt.

Update 11. September 2013

Im „Oberbayerischen Volksblatt“ (OVB online)  ist am 5. September ein Artikel unter dem Titel „Der rätselhafte Kandidat“ erschienen. Dies ist vermutlich das „Exklusivinterview“, dass mir Herr Gärtner am Telefon angekündigt hatte. Ich verlinke hier nun zum Google-Cache, dort kann der Beitrag in voller Länge gelesen werden. Damit scheint das „Rätsel“ um den Kandidaten der Republikaner gelöst. Am seltsamen Verhalten der Partei gegenüber Interviewanfragen ändert das natürlich wenig…

23 Kommentare

  • Afghane soll er als sein… fällt mir irgendwie schwer zu glauben:

    https://twitter.com/republikaner/status/375910618449993731/photo/1

    Da stinkt etwas gewaltig…

    • So wurde es mir am Telefon gesagt und auch auf der Webseite der Republikaner war dies so zu lesen. Dem Bild nach scheint DIE WELT ja doch näher dran zu sein. Oder aber bei den Republikanern weiss man es selbst nicht so genau. Aber im Grunde ist es ja auch egal… Dass die Kandidaten so abgeschirmt werden, ist alles andere als vertrauensfördernd und der eigentliche Knackpunkt.

  • Falls sie es noch nicht gesehen haben, Abdul-Latife Khalid hat auf ihre Frage geantwortet.
    http://www.abgeordnetenwatch.de/abdul_latife_khalid-1234-74727.html

    • Dankesehr. Allerdings, wer garantiert, dass diese Antworten von ihm direkt sind. Abgeordnetenwatch leitet die Anfrage an die Geschäftsstelle der Republikaner weiter die diese Fragen dann beantwortet. Direkt konnte ich mit Herrn Khalid immer noch nicht sprechen. Man wünscht keinen direkten Kontakt. Auch auf meine per Mail gestellten Frange kam bis heute keine Antwort. Ein sehr volksscheuer Politiker oder eben doch nur ein Alibi-Migrant für eine zweifelhafte Wahlkampagne einer zweifelhaften Partei.

  • Beruf: Lagerist
    Wohnort: Dachau (wo mal ein KonzentrationsLAGER)

    Ich glaube da eher an eine ganz widerliche Aktion…

  • Dem Autor ist aber schon klar, dass es rassistisch und daneben ist, zu kolpotieren, es sei unmöglich und verdächtig, dass „so einer“ für eine Partei kandidiert?

    • Nirgendwo schreibe ich, dass des „unmöglich“ oder „verdächtig“ ist. Jedoch ist der Kandidat für eine für ihre Fremdenphobie (um es mal nett auszudrücken) bekannte Partei doch sehr ungewöhnlich. Das wirft einfach Fragen auf, denen ich nachgegangen bin und gerne noch genauer nachgegangen wäre. Zu einem Zeitpunkt als im Internet und in der Presse noch nichts über den Kandidaten zu finden war, wollte ich mich mit Herrn Khalid persönlich über seine Motivation unterhalten, als Moslem und Migrant ausgerechnet für die Republikaner zu kandidieren, die in ihren Wahlkämpfen eben immer Stimmung GEGEN Moslems und Migraten machen. Nur ist es doch schon seltsam, dass er von seiner Partei so komplett abgeschirmt wird, oder? Alle Aussagen die man erhält, sind nicht von ihm direkt. Es gibt kein Telefoninterview, nichtmal eine direkte E-Mail habe ich bekommen. Lediglich den Hinweis, ich dürfe von einem Exlusivinterview, welches in den kommenden Tagen einer Münchner Zeitung gegeben werde, abschreiben. Und ja, das ist dann ungewöhnlich (nicht „unmöglich“)!

      • Ich weiß nicht, ob eine Partei einen erfundenen Kandidaten unrechtmäßig aufstellen kann. Im Falle der APPD wurde der „unbekannte Affe“ meines Wissens abgelehnt.

        Vielleicht ist Herr Khalid einfach ungewöhnlich scheu oder verspricht sich Vorteile von seiner Kandidatur, die wir nicht wissen.

        Vielleicht meint er aber auch einfach ernst und beläßt es dabei. Ich verstehe schon weshalb es seltsam erscheint, aber die Möglichkeit, dass Herr Khalid tatsächlich ein wirklicher Kandidat mit guten Adsichten ist, scheinen Sie nicht wirklich angenommen zu haben, weil Ihnen sein Name, Hautfarbe und Wohnort nicht passten.

        So dumm, es der Provokation halber zu versuchen, können doch nicht einmal die REP sein? Das wäre doch politischer Selbstmord.

        • Es erscheint mir doch ein wenig naiv, würde einem die Kandidatur von Herrn Khalid für die Republikaner unter den gegebenen Vorzeichen NICHT ungewöhnlich erscheinen. Daher kann ich in meinem Beitrag, die der Geschichte mal auf den Grund gehen sollte, auch keinen Rassismus erkennen. Schließlich sind es je genau die Umstände wie Religion oder Herkunft, die eben eine Kandidatur bei den Republikanern seltsam erscheinen lassen.

          Hätte Herr Khalid für eine dem Rassismus eher unverdächtige Partei wie Die Grünen kandidiert, dann könnte ich ihren Vorwurf nachvollziehen. Nicht Herr Khalid ist hier verdächtig oder passt nicht, es ist die Partei die sich hier verdächtig verhält.

          Ich vermute – und dadurch, dass man Herrn Khalid nicht alleine und direkt mit der Öffentlichkeit sprechen lässt – dass er für die Republikaner instrumentalisiert wird. Herr Khalid mag sicherlich gute Absichten haben und hey, dies ist ein freies Land, er kann sich natürlich für jede Partei aufstellen lassen die er möchte. Aber verzeihen Sie mir, wenn ich der Partei und vor allem ihren potenziellen Wählern diesen Kurs nicht abnehme. Dazu genügte mir heute schon wieder ein Blick auf die Facebook-Seite der Republikaner und die Kommentare ihrer „Gefolgschaft“.

          Aber ein -zumindest kleiner- medialer Coup ist der Partei gelungen. Sie haben einen für sie ungewöhnlichen Kandidaten präsentiert und prompt Öffentlichkeit bekommen. Glauben Sie mir, ich habe vorher überlegt, ob ich dieses Fass wirklich aufmachen soll. Schließlich hätte man das Thema auch einfach ignorieren können. Aber da der Vorwurf eines Phantomkandidaten, gar einer Fälschung von Wahlzetteln in der Luft lag, wollte ich doch mal schauen, ob das der Wahrheit entspricht. Und das war offenbar nicht der Fall.

  • Falls die Kandidatur Herrn Khalids denn echt ist, erinnert mich das ein an die nationalistisch-rassistische National Front Englands. Diese hatte in den letzten Zuckungen vor ihrem Zusammenbruch auch Sympathien mit arabischen Despoten geäußert und Schwarze in ihren Reihen zu Kandidaten erhoben. Das Wahlvolk nahm es ihr nicht ab und sie versank in der Versenkung.

  • Lagerist aus Dachau, schon klar…

  • Das ist wohl ein Teil der Realität in Deutschland 2013, die man anerkennen sollte… Nicht jeder, der anders heißt oder anders aussieht, ist „Ausländer“. Es gibt schwarze und nicht andere nicht-weiße Deutsche und diese können auch patriotische bis nationalistische Positionen vertreten. Ein solcher Fall scheint wohl Abdul-Latife Khalid zu sein. Auch wenn ich die nicht teile, muss ich das akzeptieren. In Frankreich treten auch Schwarze aus den Überseegebieten und einige wenige afrikanisch- und arabischstämmige Kandidaten für die nationalistische und zumindest islamfeindliche Front national an, auch wenn sie mehr ein Feigenblatt sein dürften, dass die Partei nicht rassistisch ist. Die Republikaner macht das jetzt nicht sympathischer und ihr Wahlvolk wird wohl auch Schwierigkeiten haben, den Kandidaten zu akzeptieren (wenn doch, zeigt das einmal mehr, dass dieses Land bunter und vielfältiger ist als manche glauben). Auch eine Nachhilfestunde in Geographie würde manche Parteimitgliedern auch nicht schaden, wenn man Afghanistan mit Togo verwechselt und nach Afrika verlegt.

  • Diese Farce ist mit einer einfachen Frage durchschaut: Ein (laut Plakat / Foto) Schwarzafrikaner, der für die REP kandiidiert – „Cui bono?“ (Wem nützt das)? Nützt es dem „Herrn Khalid“, für die REP zu kandidieren? Oder nützt es einer „Partei“, der aus panischer Angst vor der Bedeutungslosigkeit auch die absurdeste Schnurre zupass kommt, nach dem Motto „Every publicity is good publicity“? Dass die Existenz dieses Kandidaten offenbar nicht nachgeprüft werden kann (oder soll), spricht doch für sich. Sehenswert auch der Bericht „Wahl 2013 – Der Kampf der Kleinen“ letzte Woche in der ARD (siehe Mediathek).

  • Sie verwechseln Multi-Kulti mit Migranten. Mit Multi-Kulti sind die Parallelgesellschaften gemeint, die unsere Rechtsordnung ablehnen und unsere Werte hassen, also die islamischen. Das meinte auch Merkel mit „Multi-Kulti ist gescheitert“. Alle andere Migranten sind überwiegend eine Bereicherung, weil ihre Kultur zu unserer passt. Leider differenziert die REP nicht richtig in ihrem Programm, indem sie von Deutschen im Gegensatz zu Migranten spricht.

  • Herr Gärtener sagt,der Kandidat „Khalid“ stamme aus Afghanisatn. Merkwürdige Aussage!!!
    Auf den Plakaten sieht man aber einen dem Anschein nach Schwarzafrikaner. Im Betrag der ARD „der Kampf der Kleinen “ steht Herr Gärtner vor den Plakaten und Prospekten mit dem Kandidaten „Khalid“.Spätestens da hätte ihm auffallen müssen,dass „Khalid“ kein Afghane seien kann. HIER STIMMT WAS NICHT,UND ES IST KEIN SCHERZ!!!

    Ab 1:16:00 ist der Beitrag der Republikaner zu sehen:
    http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/799280_reportage-dokumentation/17001244_der-kampf-der-kleinen

    Der Sache muss man nachgehen.Das ist Wahlbetrug im wahrsten Sinne des Wortes !!!
    DAS IST EINE SCHWERE STRAFTAT !!!

  • Von Beruf “Lagerist” in einem Ort, der für sein Konzentrationslager traurige Berühmtheit erlangte.

    Ich muss sagen, dass ich es genau so verstanden habe, wie viele andere Kommentatoren.
    Ein Lagerist hat das Wort Lager in seinem Namen wie das Wort Konzentrationslager auch.
    Wenn man dann noch die Republikaner als fremdenfeindlich bezeichnet, dann kann man das, was hier angedeutet wird, wirklich schlecht missverstehen.

    Die fremdenfeindlichen Republikaner haben möglicherweise nicht nur einen Kandidaten erfunden, sie haben auch noch einen Beruf dazu erfunden, der dazu dienen soll Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Terrorherschaft waren zu verhöhnen und zu verunglimpfen.

    Meine erste Frage vorab ist, ob das nicht ein Widerspruch ist. Einerseits wird vermutet, da wollten die Republikaner einen Kandidaten mit Migrationshintergrund erfinden, um weniger fremdenfeindlich zu wirken, also das eigene Image in dieser Hinsicht zu verbessern, um dann gleichzeitig ganz bewusst und gezielt einen Beruf und Ort dazu zu erfinden, um Opfer nationalsozialistischen Terrors auf widerliche Weise zu verhöhnen.
    Welchen Sinn würde es eigentlich machen, zwei solch völlig entgegensetzte Motivstränge zu verfolgen? Mit dem Namen des Kandidaten mein Image zu verbessern und mit Beruf und Ortsangabe Opfer offensichtlich zu verhöhnen und es zu ruinieren?

    Der Journalist Dennis Knake soll uns diesen Widerspruch doch einmal logisch erklären.

    Dann der folgende Satz in seinem Beitrag: Exklusivinterview? Abschreiben? Das ist nun gar nicht mein Stil. Außerdem beklagt sich Gärtner auf der Webseite der Republikaner in Bayern doch selbst über die “Gleichschaltung der Medien”. Wie das denn zusammen passe, will ich wissen.

    Ich denke, wenn man seinen Artikel liest, kann man ihm diese Frage beantworten. Er bezeichnet die Republikaner als fremdenfeindlich und islamfeindlich. Unterstellt Ihnen eine Verhöhnung der von Nazis ermordeten und gequälten Opfer. Welche Objektivität hat der selbsternannte Journalist Dennis Knake?
    Was dieser Gärtner mit Gleichschaltung wohl meint, ist, dass er das Gefühl hat nicht objektiv und fair bewertet zu werden. Und dann kommt da dieser Dennis Knake mit seinen widerlichen, abstoßenden Theorien, mit seinen subjektiven Unterstellungen und fragt nach wieso man einem wie ihm gegenüber misstrauisch ist?
    Wie passt das zusammen, dass Denis Knake für sich in Anspruch nimmt, eben nicht Teil der Mainstreampresse zu sein und Journalismus auf diesem Niveau betreibt?

    Ich denke man hat das Recht auf einen subjektiven Eindruck und eine subjektive Meinung. Wenn Herr Knake der Meinung ist, dass die Republikaner fremden- und islamfeindlich sind, so ist das sein Recht. Warum aber die Republikaner nicht das Recht haben jemandem mit so widerwärtigen Theorien und vorgefertigten Meinungen gegenüber vorsichtig zu sein und ablocken, das verstehe ich nicht.

    Was ist verdächtig daran, wenn die Republikaner nun ihrerseits der Meinung sind, dass man in den Medien nicht objektiv über sie berichtet und man wirklich vorsichtig sein muss, um nicht irgendwie wieder in die Pfanne gehauen bzw. in den Dreck gezogen zu werden?
    Und Herr Knakes wunderbare journalistische Arbeit hier ist doch so ekelerregend, dass es doch nur klug von dieser Partei war, sich vor ihm durch Vorsicht zu schützen.

    Oder sind sie der Meinung, dass Ihre Unterstellung die Republiakner wollten die Opfer der Shoa und andere verhöhnen anständiger und sauberer Journalismus sei?

  • Glauben Sie mir, ich habe vorher überlegt, ob ich dieses Fass wirklich aufmachen soll. Schließlich hätte man das Thema auch einfach ignorieren können. Aber da der Vorwurf eines Phantomkandidaten, gar einer Fälschung von Wahlzetteln in der Luft lag, wollte ich doch mal schauen, ob das der Wahrheit entspricht. Und das war offenbar nicht der Fall.

    Herr Knake hat sich also genau überlegt, was er das schreibt. Und wenn ich das richtig verstehe, dann stand dieser Beitrag von ihm am Ende seiner Recherche. Einer Recherche, bei der er herausfand, dass der Kandidat echt ist und folglich auch die Berufsangabe. Dann hätte er auf seinen Eingangssatz mit dem er dennoch unmissverständlich andeutet und signalisiert, dass die Republikaner einen Beruf in Dachau erfunden hätten, um Opfer zu verhöhnen bleiben lassen können. Ein erfundener Beruf passt zu einem erfundenen Kandidaten. Wenn der Kandidat echt ist, dann ist es wohl auch der Beruf. Jedenfalls hat Herr Knake nichts dargelegt, was auf das Gegenteil hinweisen würde. Also warum hat der gute Mann dann diesen Vorwurf in den Raum gestellt, dass die Republikaner diese Verhöhnung betrieben hätten?

    Was Wertungen wie fremdenfeindlich und islamfeindlich angeht, bin ich vorsichtig. Ich halte solche Bewertungen erheblich vom Zeitgeist bestimmt und alleine schon daher subjektiv.

    Wenn also die Republikaner mit Ihrem Standpunkt einer Assimilation von Zuwanderern fremdenfeindlich sind, so frage ich mich was der Kanzler der Einheit Helmut Kohl und seine Union war als sie in den achtziger Jahren anstatt einer Assimilation eine Rückführung der in Deutschland lebenden Türken beabsichtigten?

    Und so gibt es viele Beispiele. Auch in der anderen Richtung. Zum Beispiel die Grünen und ihre Pädophiliegeschichte. Haben die Grünen sich von ihrer pädophilen Klientel aus wahltaktischen Gründen getrennt oder eine vernünftige Korrektur ihres politischen Weges vorgenommen? Also anders gefragt, haben sie sich als Partei weiterentwickelt?

    Und haben sie nicht einmal behauptet von Migranten Deutschkenntnisse zu erwarten sei Zwangsgermanisierung, was ja auch wieder rhetorisch an die Zeit vor 45 erinnern soll. Eine solche Position vertritt die gesamte Linke, so weit ich weiß, in unserem Land nicht mehr. Ist das jetzt einer Weiterentwicklung und Anpassung an gesellschaftliche Realitäten und Vernunft oder nicht glaubwürdiger Wahltaktik geschuldet?

    Weiß irgendjemand, was die Gründe für die Aufstellung solcher Kandidaten bei den Republikanern waren? Hat irgendjemand Insiderinformationen, um zu wissen welche Entwicklungs- oder Weiterentwicklungsprozesse bei den Republikanern stattgefunden haben oder nicht. Warum, wenn Herr Knake, diese hat, legt er sie uns dann nicht vor. Entwicklungen passieren nicht über Nacht. Es könnte genau so gut ein Entwicklungsprozess angestoßen worden sein, der weitergeht und wo man nicht weiß, wo dieser hinführt.

    Aber Dennis Knake weiß es. Woher weiß dieser Spitzenjournalist das eigentlich so genau? Er soll uns doch mal seine recherchierten Ergebnisse vorlegen, mit denen er seine Linie als die einzig wahre beweist.

    Ich möchte richtig verstanden werden. Für mich ist die Zeit 1933-45 eine Zäsur, die alles verändert und von uns eine moralische Neuausrichtung auf allen Gebieten verlangt.
    Zu dieser Zeit bis 45 gehört auch Journalismus, wie er sich exemplarisch im „Stürmer“ Julius Streichers ausdrdückt. Wie sagte Julius Streicher im Nürnberger Prozess auf die Frage, warum keine positiven, nur immer verunglimpfende Berichte im Stürmer? Weil ich Antisemit bin!
    Oder um einen bedeutenden Journalisten und Journalistenausbilder zu zitieren: Ein Journalist sollte sich mit keiner Sache gemein machen, auch nicht mit einer Guten.

    Interessiert das den Journalisten Dennis Knake bei seiner journalistischen ARbeit? Offensichtlich hatte er einen Negativverdacht, dem er nachging, um die REP mit seiner Berichterstattung zu desavouieren und zu belasten. Also gleich mit einer vorgefassten Meinung. Und nachdem er selbst zugibt, dass an seinem Verdacht nichts dran war, behauptet er dennoch, dass der Lagerist erfunden sei, um sich über die ermordeten und gequälten Opfer der nationalsozialistischen Terrorherschaft lustig zu machen.

    Ist das jetzt eher in Richtung journalistischer Stürmerethik nach dem Motto, weil ich gegen Republikaner bin oder in Richtung der neuen journalistischen Gegenethik nach 45?
    Was bedeuten Dennis Knake selbst die Opfer des nationalsozialistischen Terrors, dass er auf eine journalistische Gegenethik verzichtet?

    Auch Argumente wie, die REP seien ja nun selbert nicht objektiv und sachlich, eher polemisch usw. , sind für mich kein Argument. Erstens sind Parteien immer polemischer als sachlicher Journalismus, zweitens sollen polemische Parteien die Qualität journalistischer Arbeit beeinträchtigen?
    Oder ist qualitätsjournalismus unabhängig vom untersuchten Gegenstand?
    Wie steht Dennis Knake dazu?

    Hier geht es nicht um die Republikaner. Hier geht es um die Qualität eines selbsternannten Journalisten nach 1945.

    • Verzeihen Sie, wenn ich auf ihren sehr ausführlichen, wenn nicht gar epischen Kommentar, nicht im Detail eingehen kann. Jedoch habe nicht ich die Vermutung in den Raum gestellt es handele sich um einen Geisterkandidaten, sondern genau das wurde an vielen Orten im Internet längst vermutet/behauptet. Ich habe sogar entsprechende Stellen verlinkt. Dieser Story bin ich nachgegangen, nicht mehr nicht weniger. Anders aber als diejenigen, die nur vermutet haben, habe ich Aufklärung an der Quelle, also bei den Republikanern selbst gesucht. Auf welche Probleme ich dabei stieß, ist hier niedergeschrieben. Nicht mehr, nicht weniger. Alles weitere ist Ihre streckenweise sehr bunte Interpretation. Eines noch: Da sie ja so gerne meinen Namen voll ausschreiben, würde ich mich -sollten Sie einen weiteren Kommentar für notwenig erachten- über eine Vorstellung ihrerseits freuen. Dann kann ich Sie beim nächsten Mal auch so freundlich ansprechen. 🙂

  • Sehr geehrter Herr Knake,

    selbstverständlich kann ich Ihrem Wunsch nachkommen. Mein Name ist Robert Schmid.

    Daran, dass Sie auf meinen Kommentar nicht im Detail eingehen können, gibt es nichts auszusetzen. Es geht nicht darum, dass Sie darauf im Detail eingehen. Es geht darum, dass Sie auf die zentralen Aussagen des Kommentars eingehen. Und es ist unschwer zu erkennen, welche dies sind.

    Anstattdessen bezeichnen Sie meinen Kommentar abfällig als „nicht gar epischen“.
    Episch klingt für mich in diesem Zusammenhang als weltfremd, fiktiv, usw.
    Ist das Ihre Meinung zu meinem Kommentar?

    Jedenfalls verstehe ich nicht, was Sie daran hindert, genau auf den wesentlichen Punkt einzugehen, der mich jedenfalls so empört.

    Mir ist wichtig darzustellen, dass Sie den Republikanern unterstellen einen Lagerarbeiter in Dachau aufzustellen, um auf diese Weise die brutalst ermordeten Opfer des Nationalsozialismus zu verhöhnen. Ich habe erklärt, dass das in jedem Fall schon ein Widerspruch in sich wäre. Einerseits, wie hier unterstellt, den Wählern mit einem solchen ausländischen Namen zu zeigen, dass man nicht so rechts wie unterstellt ist und andererseits dann bewusst den Namen Lagerist in Dachau mit offensichtlichem Verweis und unerträglicher Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus als fiktive Berufsbezeichnung einer fiktiven Person zu verwenden.
    Und was ich Ihnen besonders übel für Ihre REcherche nehme ist, dass Sie diesen HInweis auf KZ und Lagerist gleich ganz vorne als zentralen Punkt an Ihre Einleitung gestellt haben und dieser nicht nur von mir sondern auch von einer Vielzahl der anderen Kommentatoren genau so verstanden wurde, wie von Ihnen gewollt.

    Ich verstehe, wenn Sie auf meinen von IHnen abfällig als episch bezeichneten TExt nicht im Detail eingehen können, aber warum bedeutet das, dass Sie auf den zentralen Punkt meines „epischen Textes“ auf seine zentrale Aussage nicht eingehen können.

    Alles was Sie hier geschrieben haben, hat nicht das geringste mit dem zu tun, was ich an Ihnen kritisiere.

    Auch auf meine Kritik auf Ihre wertenden Aussagen sind Sie in keiner Weise eingegangen.
    Veränderungen passieren in der Regel nicht über Nacht sondern evolutionär. Unabhängig davon, wie ich Wählern gegenüber auftreten will, stellt sich natürlich die Frage, welche möglichen evolutionären Prozesse in dieser ehemaligen Schönhuber Partei vor sich gehen müssen, um überhaupt einen solchen Kandidaten aufzustellen. Wenn man eine bestimmte Wählerschicht unterstellt, was Sie bestimmt tun, dann bedeutet das auch nicht nur, dass man das den eigenen Mitgliedern und deren, wie Sie sagen fremdenfeindlichen Überzeugungen verkaufen muss, sondern auch jenen von Ihnen behaupteten Stammwählern, die man dann ja auch damit verschrecken könnte. Und meine vergleichenden Verweise auf Stadtindianer bei den Grünen, usw. sind sie ebenfalls in keiner Weise eingegangen.

    Und so gibt es noch viele Punkte.
    Sie haben sich im Prinzip den unwichtigsten Punkt herausgepickt.

    Im Übrigen lese ich aus Ihren Kommentaren eine abfällige, vorurteilsbeladene Einstellung gegenüber dieser Partei. Dass Sie den REP nichts gutes wollen, kann man daraus jedenfalls ersehen. Wenn Sie also entsprechend von Anfang an recherchieren, um für die REP belastende Ergebnisse hervorzubringen also nicht neutral arbeiten, dann können Gerade Sie ja wohl kaum den REP ihr misstrauen gegenüber jeder Form von Presse vorhalten. Sie wissen selbst, dass Medienberichterstattung erstaunlich manipulativ sein kann und ist und gebrannte Kinder möglicherweise das Feuer scheuen.

  • Im Übrigen verstößt die Frage nach der Identiät des Gegenübers nicht gegen die Regeln des Internetshitstorms? Der funktioniert doch nur im Schutze der Anonymität.

    Aber um wieder ernst zu werden. Ich finde es wirklich nicht okay, diese Einleitung mit dem Lagerist und KZ in Dachau. Hier würde mich wirklich interessieren, wieso Sie das gemacht haben. Nur deshalb, weil Sie wegen einer persönlichen Abneigung irgendetwas ans Zeug flicken wollten egal wie und enttäuscht waren, dass Sie das mit Ihren Ermittlungen nicht konnten oder aus einem anderem Grund?

    mfg

    Robert Schmid

    • Sehr geehrter Herr Schmid,

      sehen Sie es mir nach, wenn ich Ihre Kommentare als „episch“ im Sinne von „sehr lang, ausführlich, erzählerisch“ bezeichne. Episch bedeutet mitnichten „weltfremd“ oder „fiktiv“. Das haben Sie nun wieder hineininterpretiert, wie leider so vieles in meinem Text. Warum episch? Nun, Sie haben meinen rund 13.000 Zeichen langen Beitrag mit rund 12.000+ Zeichen Kommentar (dieser letzte von Ihnen jetzt mal nicht mitgezählt) jetzt ja fast eingeholt.

      Dafür, dass Sie in Ihren Kommentaren gerne mal mit adjektiven wie „ekelerregend“ oder ironischen Übertreibungen wie „dieser Spitzenjournalist“ austeilen, reagieren Sie bei harmlosen Wörtern wie „episch“ aber auffällig dünnhäutig.

      Aber nochmals: Ich unterstellte den Republikanern gar nichts, sondern habe auf die „Merkwürdigkeit“ hingewiesen, die ja zunächst nicht nur mir, sondern vielen anderen Internet-Usern aufgefallen war. Daher die Verlinkung auf einen anderen Beitrag in dem genau auf diesem Umstand „Lagerist/Dachau“ hingewiesen wurde. Daher den eingebetteten Tweet. Eben genau die Kombination die einfach auffällt. Wenn das für Sie vollkommen normal klingt, dann mag das so sein. Viele andere empfanden das ausgerechnet bei diesem Kandidaten ausgerechnet bei den Republikanern aber als „seltsam“, wie Sie an den gezeigten Beispielen auch erkennen können. Soviel zur „subjektiven Meinung“. Verschärft wurde der Effekt dadurch, dass man auch sonst nirgendwo etwas genaueres über den Mann, der ja schließlich als Volksvertreter zur Wahl stand, erfuhr. Daher glaubten gar viele, dieser Kandidat existiere gar nicht.

      Und genau weil es diesen Eindruck bereits gab, habe ich mich auf die Suche nach der Geschichte hinter der Geschichte gemacht. Das können Sie, wenn Sie meinen Beitrag aufmerksam lesen und nicht zu sehr aus Ihrer Sicht interpretieren, auch erkennen. Im Gegensatz zu Anderen habe ich dazu sogar bei den Republikanern direkt angerufen um einfach mal zu fragen.

      Wenn man mir aber den direkten Kontakt zu einem Kandidaten verweigert der sich gerade dem Volke zur Wahl stellt, so trägt das allerdings nicht zur Vertrauensbildung bei. Dann muss man sich nicht wundern, wenn ich skeptisch bleibe. Da hilft auch nicht die „Die Medien wollen uns nur böses“-Opferrolle. Stellen Sie sich vor, sie recherchieren in einer Sache, und ihr Interviewpartner sagt ihnen, sie können morgen bei Zeitung XY abschreiben. Genau dann, wenn wir alle voneinander abschreiben, bleibt doch Objektivität auf der Strecke.

      Was nun Helmut Kohl oder die Grünen angeht: Das sind eigene Geschichten. Klar, die könnte man jetzt auch mal alle aufdröseln. Habe ich nun nicht getan. Hier ging es nicht um Helmut Kohl oder die Grünen. Hier ging es um den „geheimnisvollen REP-Kandidaten“. Aber es steht Ihnen frei, dies in einem eigenen Blogbeitrag zu tun. Ist ja ein freies Land.

      Wenn sich die REP ändern wollen, weg von der Schönhuber-Linie, dann ist das ja zu begrüßen. Allerding schauen Sie sich doch mal deren „Fans“ auf Facebook an. Der Weg ist wohl noch ein langer! Da hilft auch kein Lagerist aus Dachau mit afrikanischen Wurzeln.

      In diesem Sinne…

  • Hallo Herr Knake,

    ich sehe mir mal die Fans an.
    Im Übrigen sind grundlegende Entwicklungen bei Parteien immer evolutionäre Prozesse. Alles andere kurzfristige ist Wahltaktik- und Strategie.

    Lese zum Beispiel gerade aktuell zwei Bücher über auch die Grünen.
    Eines von 2001 von Raschke mit dem Titel „sind die Grünen Regierungsfähigß“ und das andere aktuell über die Zeit der Rot-Grünen Bundesregierung. Auch hier sieht man sehr schön, dass die Entwicklung einer Partei kein geradliniger Prozess ist und auch Veränderungen wie überall im Leben mit Rückfällen und so weiter verbunden sind.
    Ich sehe bei den REP jedenfalls einen kontinuierlichen Veränderungsprozess.
    Die Partei ist nun aus sämtlichen Verfassungsschutzberichten draußen. Und das schon seit vielen Jahren. So einfach hätte man sie nicht entlassen. Das Stigma der Beobachtung würden die etablierten politischen Parteien nicht einfach aufgeben, wenn sie nicht gemusst hätten. Und selbst Rot-rote und Rot-Grüne Landesregierungen haben die Beobachtung durch den Verfassungsschutz von sich aus aufgegeben.
    Nur wurde diese Tatsache niemals medial gewürdigt. Hingegen erfährt man stets sofort, wenn es etwas negatives zu berichten gibt. Die Einseitigkeit der medialen Berichterstattung ist also tatsächlich nicht von der Hand zu weisen.

    Die Anmerkung, dass ich angesichts eigener Kritik sehr dünnhäutig reagiere, muss ich mir wohl gefallen lassen. Da haben Sie recht.

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