Qualitätsjournalismus contra Kohle

Falls sich immer noch jemand fragt, warum die Zeitungen vor allem im Süden des Landes derzeit so dünn sind: Es wird gestreikt. Während die Presse sonst keine Probleme hat, ausführlich über Streiks bei der Bahn, den Metallern oder sonst welchen Branchen zu berichten, ist es auffällig still, wenn mal die Journalisten selbst für anständige Bezahlung auf die Straße gehen. Wo kämen wir denn dahin, wenn sich der Leser womöglich noch mit den faulen Schreiberlingen solidarisiert. Im Südwesten Deutschlands wird der Streik jetzt unbefristet fortgesetzt und auch im Rheinland ruft der Deutsche Journalistenverband DJV nun dazu auf, die Griffel hinzuwerfen.

Und so sehen die Vorstellungen der Verleger laut DJV Angaben aus:

  • Die Redakteursgruppen im Gehaltstarifvertrag der Berufseinsteiger wird von derzeit sechs auf vier reduziert.
  • Volontäre im ersten Berufsjahr verdienen monatlich 1.550 Euro, im zweiten Jahr 1.800 Euro.
  • Die Gehälter der Redakteurinnen und Redakteure der zweiten Gruppe bekommen in den ersten vier Berufsjahren 2.650 Euro monatlich, ab dem fünften Berufsjahr 3.100 Euro und nach dem 10. Jahr 3.800 Euro.
  • Redakteure mit Entscheidungsbefugnis in der Gruppe 3 kommen ab dem fünften Berufsjahr auf 4.100 Euro und nach dem 10. Jahr auf 4.650 Euro.
  • Die Redakteure in leitender Stellung der Gruppe 4 werden außertariflich bezahlt.
  • Die Beiträge der Verleger zur Presseversorgung sinken von fünf Prozent auf 2,5 Prozent.
    Paketlösung

Und das sagt man beim DJV dazu

Alles in allem machen die „Vorschläge“ der Verleger ein Minus von rund 30 Prozent gegenüber dem jetzigen Tarifniveau aus. Die Kürzung von Weihnachts- und Urlaubsgeld missachtet die Leistung der 14.000 Redakteurinnen und Redakteure, das neue Tarifwerk für Anfänger wird dazu führen, dass sich qualifizierte Akademiker für einen anderen Beruf entscheiden.

In der Tat. Würde das so umgesetzt, frage ich mich, wie die das mit dem „Qualitätsjournalismus“ noch jeh hinbekommen wollen.

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